Dermatologische Komplikationen unter Therapie mit Biologika bei entzündlichen Autoimmunerkrankungen

J Dtsch Dermatol Ges. 2019 Oct;17(10):1029-1038. doi: 10.1111/ddg.13964_g.
[Article in German]

Abstract

Hintergrund und ziel: Kutane unerwünschte Ereignisse (cutaneous adverse events; CAE) treten bei bis zu 10 % der Patienten mit immunvermittelten entzündlichen Erkrankungen (IMID) auf, die mit Tumornekrosefaktor-α (TNFα)-Blockern behandelt werden. Ziel dieser klinischen Studie war es, den Verlauf von CAE bei allen Therapien mit Biologika nachzuverfolgen und zu beobachten.

Patienten und methodik: Die Studienpopulation bestand aus Patienten mit CAE unter einer Biologikatherapie, die von erfahrenen Fachärzten der Dermatologie in der Ambulanz der Hautklinik des Universitätsklinikums Essen untersucht wurden.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 39 Patienten mit 45 CAE in diese Studie eingeschlossen. In 60 % der Fälle wurde eine paradoxe Psoriasis diagnostiziert. Bei zwei Dritteln (66,6 %) der Patienten mit CAE wurde als Grunderkrankung eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) diagnostiziert. Die auslösenden Faktoren waren in etwa 95 % der Fälle TNFα-Antagonisten. Bei nahezu der Hälfte der Fälle (46,2 %) musste die Biologikatherapie umgestellt werden. Beinahe 90 % der Patienten zeigten ein vollständiges (42,1 %) oder teilweises Ansprechen (47 %).

Schlussfolgerungen: Das Management von CAE unter einer Therapie mit Biologika kann in der klinischen Praxis eine Herausforderung darstellen. Gastroenterologen, Rheumatologen und Dermatologen sollten Fallbesprechungen durchführen, um für Patienten mit CAE die bestmögliche Behandlung zu erzielen und unnötige Therapieumstellungen zu vermeiden.